Telefon
01805 01 02 76
 

Presse Spiegel

Biolitec AG - Not macht erfinderisch - 18.10.2020 Medizintechnik- und Pharmafirma legt Beteiligungsfonds für Entwicklung eines Krebsmedikaments auf

Neue Medikamente zu entwickeln, ist teuer. Da sind findige Finanzierungsideen gefragt. Die Biolitec AG löst das Problem nun mit einem Beteiligungsfonds: Die neu gegründete Tochtergesellschaft für Krebs- und Tumorheilung hat einen geschlossenen Fonds mit einem Volumen von 35 Mio. Euro aufgelegt. Damit sollen die klinischen Studien für die Zulassung des Mittels Foscan für Prostata-Erkrankungen finanziert werden. Das Medikament ist bereits für die Behandlung von Krebs im Hals- und Kopfbereich zugelassen. Erste klinische Pilotstudien für eine erweiterte Anwendung sind nach Angaben von Biolitec sehr positiv verlaufen.

Ungewöhnliches Angebot

An dem Fonds können sich Privatinvestoren ab 10.000 Euro beteiligen. Die Foscan-Gesellschaft geht auf Grund der Häufigkeit von Prostataerkrankungen von einer Rendite von gut 15 Prozent aus. "Der Fonds eröffnet Privatanlegern die Chance auf eine der innovativsten Beteiligungen des Jahres", so der Vorsitzende von Biolitec, Wolfgang Neuberger. Neben der Rendite soll ein ungewöhnliches Angebot die Anleger locken: Falls sie oder ein Angehöriger erkrankt, erhalten sie das Krebsmedikament Foscan kostenlos. Auf dem Markt kostet das Mittel etwa 7000 Euro.

Licht statt Skalpell

Die Biolitec AG will mit dem Beteiligungsfonds die weltweite Zulassung von Foscan für Prostatakrebs und Prostatavergrößerungen erreichen. In Deutschland erkranken jährlich mehr als sechs Millionen Männer an Prostatatumoren. Foscan ist ein photodynamisches Therapeutikum: Es enthält Substanzen, die mit Licht aktiviert werden können. Dies geschieht mit Hilfe von Lasern, die Biolitec ebenfalls herstellt. Auf diese Weise kann dem Patienten eine Operation erspart werden. "Chirurgische Eingriffe führen bei Krebserkrankungen oft zu einer weiträumigen Entfernung auch gesunden Gewebes", erläutert Prof. Dr. Albrecht, der zukünftige Geschäftsführer der Foscan-Gesellschaft. "Dagegen zerstört Foscan den Tumor zielgenau bei gleichzeitigem Erhalt der Organfunktion. Patienten mit Prostatakrebs und Prostatavergrößerung könnten zukünftig Nebenwirkungen wie Impotenz und Inkontinenz weitgehend erspart bleiben." Das Medikament wird bereits in über 20 europäischen Kliniken eingesetzt, um fortgeschrittene Tumore im Hals- und Kopfbereich zu behandeln. Bei 80 Prozent der Patienten trete ein messbarer Erfolg ein, so Biolitec.

Neue Substanzen in der Entwicklung

Das in Jena ansässige Unternehmen ist nach eigenen Angaben weltweit der einzige Anbieter für die photodynamische Therapie, der über alle nötigen Kernkompetenzen verfügt, also Laser, Zubehör und lichtaktivierbare Substanzen (Photosensitizer). Zurzeit entwickelt die Forschungsabteilung Photosensitizer der dritten Generation für Anwendungen bei Schuppenflechte, Zahnwurzelerkrankungen, bei der Wundheilung sowie für die Haarentfernung. Die Laser von Biolitec werden bereits in der Chirurgie, Dermatologie, Onkologie, in der Zahn- und Augenheilkunde eingesetzt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf modernen, minimalinvasiven Behandlungsmethoden. Die Medizintechnik- und Pharmafirma hat Tochterunternehmen für Produktion und Vertrieb in den USA, in Irland, Schottland, Frankreich, Malaysia und Lettland.

Laser auch für die Industrie

Darüber hinaus produziert das Tochterunternehmen CeramOptec GmbH in Bonn optische Fasern für industrielle Anwendungen. Sie konnte unlängst einen Erfolg verkünden: Den Laserfabrikanten war es gelungen einen Faserlaser mit einer Leistung von 1,3 Kilowatt herzustellen - das waren etwa 20 Prozent mehr als der bisherige Weltrekord für Faserlaser. Gleichzeitig sind die neuen Lichtwellenleiter besonders gut fokussierbar, produzieren weniger Wärme und können so auch für den Dauereinsatz in der Industrie verwendet werden. Hochleistungslaser werden in der industriellen Produktion zum Schweißen und Schneiden benutzt, sowie in der Telekommunikation, der Messtechnik und der Medizin eingesetzt. Die neuen Glasfasern sollen vor allem in der Automobilindustrie und in der Druckindustrie für die Gravur von Druckwalzen verwendet werden.

Wieder im schwarzen Bereich

Nach zwei Verlust-Jahren schreibt der Biolitec-Konzern nun wieder schwarze Zahlen. Beim Jahresabschluss zum 30. Juni konnte das Unternehmen mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 3,5 Mio. Euro aufwarten. Im Geschäftsjahr 2002/2003 war noch ein negatives Ergebnis von 4,9 Mio. Euro zu Buche geschlagen. Unter dem Strich blieb im vergangenen Geschäftsjahr ein Gewinn von 1,4 Mio. Euro übrig, nach einem Verlust von 3 Mio. Euro im Jahr zuvor. Die Jenaer Laserfabrikanten machen dafür vor allem gute Erträge bei neuen Behandlungsverfahren sowie eine straffe Kostenkontrolle auch in der Arzneimittelentwicklung verantwortlich.

Kräftiges Umsatzwachstum

Der Umsatz wuchs im Geschäftsjahr 2003/2004 um 35 Prozent auf 24,7 Mio. Euro. Besonders bei Lasern für die Behandlung von Krampfadern konnte Biolitec die Erlöse steigern. Das Unternehmen hat damit nach eigenen Angaben in einigen wichtigen Lasermärkten die Marktführerschaft übernommen. Für das Medikament Foscan konnte Biolitec neue europäische, asiatische und südamerikanische Zentren, neue Märkte unter anderem in Norwegen, Dänemark und Finnland, sowie neue Vertriebspartner gewinnen. Zu den neuen Distributoren gehört die zweitgrößte Pharmagruppe in Südkorea, die Daewoong Pharma Co Ltd, sowie jeweils ein Unternehmen in Taiwan und Mexiko. Für die Zukunft kündigt Biolitec vollmundig weitere Erfolge an: "Das hervorragende Jahresergebnis, unsere attraktiven Produktpipelines, die viel versprechenden Neuentwicklungen und die erfolgreiche Exporttätigkeit geben uns die Möglichkeit, weiterhin eine optimale Ausschöpfung der Marktpotentiale und eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung versprechen zu können." An der Börse geht es für die Medizintechnik- und Pharmafirma seit August wieder aufwärts: Seitdem ist der Kurs der Aktie um 60 Prozent gestiegen. Zuvor hatte sich der Wert des Anteilsscheins jedoch in wenigen Monaten halbiert. Als bekannt wurde, dass Biolitec einen Beteiligungsfonds auflegt, stieg der Aktienkurs nun erneut leicht um 2,7 Prozent auf 4,49 Euro. Aktuell notiert das Papier wieder schwächer bei 4,15 Euro.

 

Quelle: smartcaps-Redaktion Frankfurt am Main, 18.10.2020

| Impressum | Copyright 2004 Foscan-Gesellschaft für Krebs- und Tumorbehandlung mbH & Co.KG | Home | Seitenanfang |